Die Methode von Elizabeth Zimmermann zum Abnähen von Maschen (EZs sewn bind-off) habe ich Euch hier ja schon mal gezeigt. Für eng am Hals anliegende Kragen finde ich sie ideal, sie sieht sehr ordentlich aus und ist auch für den größten Dickschädel elastisch genug :wink:

Nun habe ich eine Variante entdeckt, die mir noch ein bisschen dehnbarer zu sein scheint: Der “invisible sewn bind-off“. Allerdings finde ich sie optisch nicht ganz so schön, denn in ungedehntem Zustand stehen die Maschenbögen hinter der “Naht” ein bisschen hoch.
Diese Methode eignet sich daher meiner Meinung nach am besten für Kanten, die beim Tragen gedehnt sind, z.B. bei Socken (ab Spitze gestrickt), denn in gedehntem Zustand ziehen sich die Maschenbögen auseinander, stehen dadurch nicht mehr hoch und dann sieht die Kante auch schön ordentlich aus:

Eine andere Methode für eine elastische Kante ist Jeny’s surprisingly stretchy bind-off, aber die mag ich gar nicht leiden, das sieht mir zu ungleichmäßig und gnubbelig aus. Bei Wendy kann man zwei weitere Beispiele an Socken sehen.
Und wer sich jetzt fragt, was dieser “russian bind-off” ist, den Wendy in ihrem Blogeintrag erwähnt, guckt hier (oder googelt nach Videos) - den mache ich schon seit 28 Jahren so, aber daß der “russisch” ist, wusste ich bis heute auch noch nicht :grin: (naja, ich nehme ja auch immer “russisch” zu…)

Heute habe ich für Euch eine wahrlich märchenhafte Shopvorstellung :wink:

Es war einmal…

ein kleines Mädchen. Das hatte schon in frühester Kindheit Freude daran, mit Wollfäden und Nadeln kreative Dinge zu zaubern.

Die Jahre gingen ins Land und aus dem kleinen Mädchen wurde eine wunderschöne Frau. Und wie es das Schicksal so wollte, begegnete sie einem stolzen Königssohn. Die beiden gründeten eine Familie, wurden sesshaft und bekamen Kinder. Die Kinder wurden größer und die Frau begann wieder zu stricken und Wolle zu horten.

Da sprach der Mann eines Tages zu seiner Holden: „Frau, da ist doch noch die alte Werkstatt im Hof. Die wäre gerade recht für ein Wollgeschäft für dich! Genug Wolle hast du ja schon.“

Doch die Frau zauderte, überlegte hin und her, wie sie es wohl anstellen sollte. Der Mann indes baute die Werkstatt um.

Binnen Kurzem war aus der alten, dunklen Werkstatt ein heller, wunderschöner kleiner Raum entstanden. In der Zwischenzeit hatte sich auch ein Wollhändler des Vertrauens gefunden.

Da nahm die Frau all ihren Mut zusammen, gab sich einen Ruck und eröffnete den Laden ihres Herzens: den „WollTraum“.

Seit über zwei Jahren kann man sie nun schon in ihrem idyllischen Hinterhof finden. Und sie freut sich über jede/n, der ihr beim Wolle streicheln Gesellschaft leisten möchte.
Auch gibt sie ihr Wissen in Kursen gerne weiter.

Weil die Frau und die gute Fee an ihrer Seite möchten, dass das Märchenreich die Erde noch lange erhalten bleibt, versuchen sie mit ihrem Sortiment wo es geht dazu beizutragen. Mit Wolle von glücklichen Schafen und Baumwolle von ungiftigen Plantagen.
Für Menschen, die noch an Märchen das Gute glauben!

Anmerkung der “Redaktion”: Bei Susanne gibt es auch Rosy Green Wool und Holst Garn - beide Hersteller haben sehr schöne, empfehlenswerte Garne.

Auf einen Blick:

WollTraum
Susanne Scheibler
Deutsche Str. 45 (im Hinterhof)
D-63739 Aschaffenburg
Telefon: 06021-15165

Homepage: www.woll-t-raum.de
Blog: www.woll-t-raum-laden.blogspot.de
Ravelry: http://www.ravelry.com/shops/wolltraum

Öffnungszeiten:
Montag 15 – 18 Uhr, Donnerstag 10 – 12 Uhr, Samstag 10 – 13 Uhr

Schützt Ihr Eure Wollvorräte, Strickkörbe und Kleiderschränke? Wenn ja, wie?

Unterdessen setzt Rocco gekonnt seine schönen Augen in Szene - die passen doch farblich perfekt zur Jacke, oder?

Vielen Dank an alle, die mir Wollhilfsangebote geschickt haben!
Durch das Weglassen des Schößchens hat das Garn aber nun zum Glück doch gereicht und ich bin auch ganz glücklich mit dem Ergebnis.

Ribbelbedingt betrug die Strickzeit 11 Tage (sonst wären es nur 8 gewesen):

Der Halsausschnitt ist erfreulicherweise etwas halsferner als beim Original geworden - das sieht man im Liegen allerdings nicht wirklich. Tragefotos reiche ich dann noch nach.

Den I-Cord Abschluß am Ärmel habe ich beibehalten, aber an der Unterkante und den Knopfblenden habe ich ihn durch ein paar Reihen kraus rechts (genau genommen kraus links) ersetzt, nun rollt auch nichts mehr:

Info-Box

Garn: Lana Grossa “Lord” (70% Merino, 20% Seide, 10% Polyamid), LL 120 m/50 g, Verbrauch 485 g, verstrickt mit 4er Nadeln

Modell: Ravi von Carol Feller (mit diversen Modifikationen)

Heute gibt’s Schmunzelfotos :grin:

Hier ist der beste Beweis, daß man nicht schlanker wirkt, wenn man versucht, seine Fettpolster unter überdimensionierten Klamotten zu verstecken: :wink:

Sieht irgendwie aus wie ein Zweimannzelt, oder? :mrgreen:
Dabei ist meine Version nur unwesentlich größer als das Original, meiner ist 60 cm breit, das Original hat 57 cm:

Kaum vorstellbar, daß ich in den 80ern meine Pullover immer so weit gestrickt habe, obwohl ich damals 15 kg weniger gewogen habe.

Dicke Zöpfe über einem dicken Hinterteil sind auch nicht wirklich vorteilhaft:

So würde er mir deutlich besser gefallen:

Egal - kuschelig ist er auf jeden Fall, herrlich warm auch und die unterschiedlichen Farbpartie am Ärmel sehe ich mittlerweile gar nicht mehr.

Was ich mir dabei gedacht habe, obwohl mir von Anfang an hätte klar sein müssen, daß der so zeltartig wird? Keine Ahnung, ich glaube, ich habe überhaupt nicht gedacht… :roll:
Sollte es mich jemals reiten, den Pullover nochmal zu stricken, würde ich ein wesentlich dünneres Garn nehmen und seitlich zwei Zopfstreifen weglassen.

Info-Box

Garn: Lang Yarns “New Angora” (50% Viskose, 25% Angora, 25% Polyamid), LL 110 m/50 g, Verbrauch 1050g, verstrickt mit 3,5er Nadeln

Modell: Cromarty von Alice Starmore aus The Celtic Collection

Wer (noch) keine Strickmustersammlung sein eigen nennt, finde bei Craftcookie eine recht umfangreiche Zusammenstellung von Strickmustern aller Art.

Einziger Nachteil: Sofern die Strickschriften auch Rückreihen zeigen (das sind aber die wenigsten), sind diese teilweise so gezeichnet, wie man sie von der Rückseite her strickt. Beispiel: Seed Stitch (Perlmuster).
Es gibt Strickende, die das besser finden, weil sie dann in den Rückreihen nicht umdenken müssen, ich finde es aber sehr irritierend. Ich möchte Strickschriften, die das Muster von der Vorderseite her zeigen, das Umdenken von rechts auf links und umgekehrt macht mein Gehirn ganz von selbst.

Aber einem geschenkten Gaul schaut man ja bekanntlich nicht ins Maul :wink:

Tja, eigentlich hätte sie gestern fertig werden können - und dann war das Garn alle :shock:

Allerdings ist die Passform sowieso nicht ideal - ich habe sie vorne länger gemacht, denn so kurz wie beim Original möchte ich sie bei meiner Wampe wirklich nicht haben, das sollte schon gnädig bauchbedeckend sein, wenn die Jacke geschlossen ist. Dadurch wird aber das Rückenteil logischerweise auch länger.
Das “Schößchen” habe ich schon einmal geribbelt, denn im Original ist der Längenunterschied bei meiner Größe rd. 15 cm - viel zu viel, das hing hinten bis auf die Oberschenkel. Aber selbst mit nur 10 cm sieht es einfach unvorteilhaft aus, wenn ein dicker Poppes auch noch mit einer Lage dicken gelben Gestricks bedeckt wird. Außerdem ergab sich am Rücken eine sehr unschöne Beule, hier oder auch hier kann man gut erkennen, was ich meine. Die kann man zwar vermeiden, wenn man entsprechende “Abnäher”-Abnahmen einbaut, trotzdem gefällt mit die pobedeckende Rückenansicht nicht.

Die I-Cord Kanten klappen an den Vorderteilen nach innen um und unten rollt es hoch - I-Cord ist einfach zu schmal, um das Rollverhalten von glatt rechts im Zaum zu halten (das Problem gibt es beim kraus gestrickten Original natürlich nicht). Nach dem Waschen wäre es vielleicht besser geworden, aber sicherlich nicht völlig verschwunden.

Naja, und die Ärmel wollte ich ja an sich lang machen, 3/4-Ärmel sind bei einem Sommerjäckchen nett, aber die Lord ist eher ein Garn für kalte Tage, da will ich auch an den Unterarmen gewärmt werden.

Es nützt alles nicht, ich muss das tun, was ich überhaupt nicht leiden kann: RIBBELN :???:

Der Sanierungsplan:

Die I-Cord Kanten kommen ab, stattdessen stricke ich eine etwas breitere Blende an. Das geht auch viel schneller als dieser unendliche I-Cord.

Das “Schößchen” wird ebenfalls geribbelt, die untere Kante endet gerade - dadurch gewinne ich gleichzeitig genug Garn, um die Ärmel normal lang stricken zu können.

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